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Peter Backes Gedichte

Lassen Sie die Hektik des Alltages hinter sich und entspannen Sie beim Lesen von ein paar Gedichten.

Klicken Sie hier, um direkt zu den Gedichten zu gelangen.

Die Kipitare
Karneval der Tiere
Wenn die Saat
Auengrün

Neumond
Schleiereulen
Frühlingserwachen
Kehraus

Zum Geburtstag
ANTJE
Ein Marienlied
Tod eines Gedichts
Die Kipitaren
Barát
Traum zum Montag
Das Ende einer Zweierbeziehung
TORSO I
Ohne Wiedersehen
48. Geburtstag
Sinnfäulnis
An Stelle eines Liebesgedichtes
Nächte ohne Verbrechen
Von Herzen

 

Info zu Péter Backes
 

Péter Backes: 11.12.1939 in Trier geboren, Abitur 1962 in Bad Homburg/ Taunus, dann Studium der Anglistik und Romanistik an der Philipps-Universität-Marburg bis 1969. Bis 1972 lebte er in Marburg. Seit 1973 an der Bibliothek der Psychiatrie und Neurologie des Giessener Universitätsklinikums tätig, bis zu seiner Pensionierung 1999. Seine email-Adresse lautet: PeterLukacs@aol.com.

 

ANTJE

Flauertror und Grabeskränze
zeugen stumm vom Sonnentod.
Tränenfurchen, die zur Gänze
Sich verlier`n im Abendrot.

Würfelbecher, die da kreisen,
münden nicht in leere Zeit.
Wunden tief in Waldesschneisen
bluten auf das Sommerkleid.

Horizonte, die verreisen,
sind ein schlechtes Glückspanier.
Horch ich auf die heimlich leisen
Töne, stehst Di grad vor mir.

Möchte ich Deine Hand wohl fassen,
Flüstermond steht im Zenit:
Antje Mädchen muß Dich lassen,
Letzter Gruß in diesem Lied!

( Peter – Lukáts -Backes, 03.03.1995)

Ein Marienlied

Maria Mutter mammonblind
Du segnest ohne Horen
den Vater, Sohn, der schon als Kind
aus Heil`gem Geist geboren.

Maria Gattin ohne Sünd`
und Laster, hehre Frau
In Dir ich meine Ruhe find´
Du perlend Blumentau.

Maria reine Seele Du
ich bete still zur Nacht
Du deckest meine Wunden zu:
Ein Wunder ist vollbracht
und Kinderträume sterben sacht.

( Peter Lukáts-Backes, Osnabrück, 20.06.1999 )

Tod eines Gedichts
Herbstgewitter und Monsune fallen ein
zur halben Frist.
Beten, Weinen zwingt die Rune
zur Erkenntnis, die sie ist.
Halbgewendet auf der Bühne fällt das
Licht ins blut`ge Schloß.
Der Tod getroff´ ne Hüne flucht
dem Trug, der ihn erschoß.
Eingemeindet in die Weite
meiner abgewinkten Hand,
huscht die Nacht in meine Saite und
entzweit, was sie einst band.
Worte, Gesten, Honigsonne schaufeln
tief ein Seemannsgrab.
Geißblatt, Frühling, Dichterwonne
stürzen schweigedurstig ab.
Ausgewechselt sind die Reime,
im Verblassen ein Gedicht.
Fantasie der frischen Keime
rettet meine Muse nicht.
Wo ein Kothurn mit schiefen Maßen
in den gepanschten Flieder trat,
erwächst aus todeslust und
Spaßen im Morgentau die frische Tat.
Peter Lukats-Backes, (02.03.1995)

Die Kipitaren

Im Wendekreis der Kipitaren
da ist gar mancher Hieb geglückt;
die Schwerter, die befohlen waren,
die wurden silberhell gezückt.

In wilden Bergen hausen Reiter
von siegestrunkenem Gemüt;
sie klettern auf der steilen Leiter,
dieweil der Himmel Wolken zieht.

Kein Pferd, dem nicht im steifen Bügel
ein starker Kipitare steht;
ein wacher Engel führt die Zügel
dem Wallach , der sich tänzelnd dreht.

Die schlacht, sie wogt jetzt dicht am Walde,
kein´ Fußbreit weicht der Held zurück.
Der Feind erzittert auf der Halde,
dem Sieger winkt ein szolzes Glück.

Im Wendekreis der Kipitaren
da strauchelte gar manches Roß.
Nach blutigen Erobererjahren
nun reiten sie wund heim aufs Schloß.

Barát
Dank Dir, Freund, für all das Gute,
was wir verfochten haben.
Kreuz aus Honigbein, verblute!
Im Irrsal weinen Waben.

Donauwärts verglühen Lichter,
die uns entronnen waren;
aus dem Tal der tumben Dichter
strahlt stolz ein Wort: Magyaren.....

Peter Backes, Dezember 2001

NACHT

Am Abend
atmet der Tag aus.

Der Mond birst
über dem Hof.

Kein Stern,
der nicht vergessen.

Die Nacht
krallt sich ins Gras.

Das Haus
gähnt aus allen Fenstern.

Kleine Schreie
durchwirken den teppich.

Der Schlaf
flüchtet sich
in meine Glieder.

Das Echo
der Turmuhr
kriecht unter meine Decke.

Ein blutender traum
atmet tief die Venen
meiner Seele ein.

Aus solchen Träumen
schöpft bisweilen
ein Engel Verdacht
gegen die Nachtigall.

Peter Backes (20.05.1987)

48. Geburtstag

Ein Strauß welker Augen
zwinkert trostlos
am Abhang
dumpfe Lust.

Kein Zweitakter
unter dem Grau
der Persenning.
Nur blaß
das Verrauschen
zuckender Neuronen.

Ich liebe.

Subjekt, Objekt, abjekt:
grammatische Fähren
ohne Reue.

Die Hoffnung bleibt
ein Strauß welker Augen.

Peter Backes (20.05.1987)

Nächte ohne Verbrechen

Voll Schlaf streck ´ ich beide Hände
nächtlich auf dem Nebengleis
in die Sommer Sonnenwende
und pflück´ die Rosen aus dem Weiß.

Nichtig scheinen mir das Ende
und der Anfang, keiner weiß,
auch nicht schlottergrüne Wände,
wer verbrannte in dem Gneis.

Wer jedoch den Gipfel fände,
den gestapelt Reis um Reis
der Häher sucht. Ich blende
die Geschichte aus dem Eis.

Sanfter Schritt und leise Hände
täglich auf der strecken Spur
gehen nimmer dem Gelände
herzensnahe, mein` ich nur;
letzten Endes, keiner weiß,
wo´s geschah, um wie viel Uhr.

Peter Backes (23.061987)


 

Karneval der Tiere

Karneval erlöster Tiere
feiert heute Maskenball.
Löwen, Leoparden, Stiere
Drangen aus dem engen Stall.

Elefanten im Visiere,
Känguruhs in kühnem Sprung.
Cocktails, Weine, Elixiere
halten alle Jecken jung.

Nashornjunge in Begleitung,
Krokodile und Toupet,
witzelt über Dreck im Niger,
erntet viel Konfettischnee.

Kolibris schwirr´n an der Brüstung,
Pelikane lachen laut.
Tapire in Ritterrüstung
küssen stürmisch ihre Braut.

Karneval gelöster Narren,
heute jubelt jedes Tier.
Nur die wilden Hühner scharren,
glucksen über Bock und Bier.

Giessen, 27. November 2000

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Wenn die Saat

Wenn die Saat im Safte steht
und die Ähre schweiget,
Luft ganz lau im Äther weht,
sich gen Süden neiget.

Birkenweiß und Morgentau
sind dem Tag verloren.
Aus des Domes lichtem Bau
wird ein Kind geboren.

Heiß ist dieser gift´ge Trank,
Augentrost im Spiele.
Waldesruh, so bin ich dank
deiner grünen Kühle.

Nein, ich laß die Liebe nicht
übers Jahr veralten!
Wie beim jüngsten Weltgericht
ewiges Gestalten.

Sternenpegel, Firmament
diese Verse raunen.
Weisheit, Neugier sind im End´,
Ziegenmelker staunen.

10. März 1995

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Neumond

Ausweglos ist meine Lage,
der Neumond hält mich im Griff,
stellt mir grinsend jene Frage,
die der Regenpfeifer pfiff.

Aus dem Weißbuch meines Lebens Flieht der Nachtschweiß porenlos; Schrillt der Wecker heut vergebens, fällt der Reiter von dem Schoß.

Angstvoll quält aus meiner Kehle Sich des Flieders Blütenschaum.
Meine schockerprobte Seele
Flüchtet in den letzten Traum.

Niemand ist vor Neumond sicher.
In die Herzwand eingewebt
Deutet nächtliches Gekicher
Auf die Engelshand, die bebt.

Peter Backes, (10.03.1995)

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Frühlingserwachen
Eidechs` schwarze Gürtelrose ungeseh`n in meiner Hand;
durch das Auge flattern lose Buttermonde an den Strand.

Knisternd bunte Herzenswerte
kreisen um den Glockenturm,
läuten nächtlich bleibeschwerte Honigweisen in den Sturm.

Greisenhaft gekalkte Erde
worfelt Schatten an die Wand,
und das leise "Stirb und werde"
kratzt sich blutig in den Sand.

Aus der großen Herbstzeitlosen
gellt ein formlos heis`rer Schrei, ankert nicht in den Matrosen,
unerlöst wie die Schalmei.

Weißes in die Nacht geblutet,
geht nimmer aus dem Sinn. Sternenwind dem Lenz geflutet, Saatenhimmel, Neubeginn.
02.03.1995

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Zum Geburtstag
Inen Ungarn möcht´ ich ehren,
dessen Namen ich nicht nenne.
Sein Geschick trotzt den Chimären!
Singend, spielend -- Seele brenne --
Charisma tief zu vermehren.
Glauben, den ich stolz bekenne;
Glücksgefühle Dir bescheren
zum Geburtstag Deiner späten Jahre
will ich, dankend, lieber Freund.
Deine Großmut ist das wahre
Band, das zeitlos uns vereint.

04.05.2003

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Das Ende einer Zweierbeziehung

Am Ende unseres Wegs
ein gnadenloser Tunnel.

Kein Anruf seit zwei Wochen
aus dem nördlichen Netz.

Ungeerdet trifft mich
mittriffs Dein Brief:
ein Blitz
aus blauweißem Gewölk.

Trotz sanfter zärtlicher
Oktaven
spielt uns nimmermehr
die Band.

Vergiß mich!
schreibst Du.

Am Ende des Tunnels
ungemildert licht
ein neuer Tag
ohne Dich.

Ich weine.

Peter Backes (20.05.1987)

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TORSO I

Schattengleiche Rosenflecken
auf meinem Breitengrad
türmen Verantwortung auf.

Deckungsarm die Tentakel
rostiger Sommerspinnen
im Nebeltrakt
meiner Verslängen.

Keine Kraniche
auf der Fahrbahn.

Nur Sumpfdotterblumen
im Fenster
meines Nachbarn,
der schon vor Jahren
nach Jerusalem entkam.

An der spanischen wand
hinter meinem Spind
baumeln
grau geschrumpfte Fledermäuse
im Zweivierteltakt.

Ich hechele sie nicht
zum Sonntag.
Trotzdem werden sie mir
An Pfingsten fehlen.

Peter Backes (21.05.1987)

Sinnfäulnis

Meine Leere gehört
ganz mir.

Ich weide mich
am Hohlsaum
meiner Träume
aus Gras.

Jede Nacht
der Schierlingsbecher.

Der Tag in Pflicht gebündelt
sammelt Stein für stein
die Sinnlosigkeit
meiner Gesten
aus Sand.

Leben, Lieben,
Stranden:
Keine Gezeiten.

Das Meer ist endlos
schimmernd
hinter mir.

Peter Backes (20.05.1987)

Von HerzenVon Herzen

Der Sommer regnet ins Gemüt.
Von der Rinne
träufelt die Erinnerung
an Dich
in meine Herzensschleuse,
und ein Gerücht
wabert in der rechten Kammer:
Du habest nur ausgenutzt…..

Der kategorische Imperativ
in Deinem letzten Brief,
ich solle Dich vergessen,
pendelt hilflos
im Takt der Pumpe.

Ein koronares Echo
braucht mein Herzschlag.
Ansonsten stehen die Klappen still,
und das Blut stockt
zum Infarkt.

Am Horizont
taucht ein neues Herz auf.
Es ist voll Sonne.

Peter Backes (24.06.1987)

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Die Kipitaren

Im Wendekreis der Kipitaren
da ist gar mancher Hieb geglückt;
die Schwerter, die befohlen waren,
die wurden silberhell gezückt.

In wilden Bergen hausen Reiter
von siegestrunkenem Gemüt;
sie klettern auf der steilen Leiter,
dieweil der Himmel Wolken zieht.

Kein Pferd, dem nicht im steifen Bügel
ein starker Kipitare steht;
ein wacher Engel führt die Zügel
dem Wallach , der sich tänzelnd dreht.

Die schlacht, sie wogt jetzt dicht am Walde,
kein´ Fußbreit weicht der Held zurück.
Der Feind erzittert auf der Halde,
dem Sieger winkt ein szolzes Glück.

Im Wendekreis der Kipitaren
da strauchelte gar manches Roß.
Nach blutigen Erobererjahren
nun reiten sie wund heim aufs Schloß.

Peter Backes (03.03.1995)

Auengrün

Auengrün, Pfauenblau
sind ein Trosts des Lichts.
Sonnenblut, Einmannschau
sinken in das Nichts.

Rittersporn, Hahnenfuß
neigen sich nach vorn.
Es ist der letzte Gruß,
alles ist verlorn.

Kommt noch grüner Mond,
gibt mir Reis im Glas,
und die Wut verschont,
was noch nicht genas.

Fernost gerinnt zur Nacht,
halberstickter Schrei.
Ein Adler hält die Wacht
in der Wüstenei.

Der braunbestickte Stolz
führt zu frühem Tod.
An jenem grünen Holz
friert das Abendrot.

Auengrün, Azurblau
jenseits allen Lichts.
Zerrinnen ungenau
spurenlos im Nichts.

10. März 1995

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Schleiereulen

Schleiereulen schlafen selten
im verrußten Stundenglas.
Ihre Nadelaugen gelten
zeitlos als ein Brunnenmaß.

Laubentfachtes Waldesschweigen,
Dunstkreis für das Einsamsein.
Nur die blauen Hirsche neigen
ihr Geweih im Mondenschein.

Tannenzauber im Reviere
raubt dem Jäger seinen Tag,
zeigt mir rosa Kuscheltiere,
die ich kose, wann ich mag.

Rehe auf der nahen Lichtung
sperren ihre Augen weit.
Die Natur, sie wird zur Dichtung,
fugenlos verrint die Zeit.

Schleiereulen ruminieren
schlafend ohne Licht und Traum.
Ihre Augen variieren
meinen Lebensabend kaum.

10. März 1995

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Kehraus
Zauberformeln und Ikonen
die im Schlaf des Magiers ruh´n
sind verloren wie Tritonen
meereshungrig im Monsum.
Abgehärmt schwebt
Liebesferne
moosbestäubt im Augenschein Wimperzucken 
schwarzer Sterne
blitzt in Amors Lustgebein.
Fahnen lösen sich im Winde
decken wortlos seine Scham
und der Elferrat im Kinde
stirbt distanzlos, wie er kam.
Schämen Jungfrau, Prinz und Bauer
bodenlos sich in der Bütt
rieselt welk ein Rosenschauer
schneidet Fratzen in den Schritt.
Jecken, die zur Fastnacht kamen
drehen ab nicht ohne Not
Aschermittwochs grauer Samen
Steckt in jedem Liebestod.

01.03.1995

Traum zum Montag

Durch die Schneise meines Arms
Fährt der Finger Satans;
Ziseliert in ächzenden Phalangen
Höllische Fugen
Jenseits von Rom.

Kaum dass meine schmale Hand
Luzifer ins späte Werk
Zu pfuschen wagte.

Im letzten Augenblick
Schüttet meine jüngste Tochter
Ungelöschten Kalk
In den hoffnungslosen Rachen
Des widersachers.

Kein Schrei –
Nur das Piepen
Des Solarweckers
Beendet den traum
Am Montagmorgen.

Ich muß um acht
An Ort und Stelle sein.

Peter Backes (20.05.1987)
TORSO I

Schattengleiche Rosenflecken
auf meinem Breitengrad
türmen Verantwortung auf.

Deckungsarm die Tentakel
rostiger Sommerspinnen
im Nebeltrakt
meiner Verslängen.

Keine Kraniche
auf der Fahrbahn.

Nur Sumpfdotterblumen
im Fenster
meines Nachbarn,
der schon vor Jahren
nach Jerusalem entkam.

An der spanischen wand
hinter meinem Spind
baumeln
grau geschrumpfte Fledermäuse
im Zweivierteltakt.

Ich hechele sie nicht
zum Sonntag.
Trotzdem werden sie mir
An Pfingsten fehlen.

Peter Backes (21.05.1987)

Ohne Wiedersehen

Im Vektor
Deiner Küsse
gerinnt meine Hoffnung
zur letzten Übernachtung.

Am nächsten Morgen
unkt nur Deine Haarspange
auf meinem Laken
von dürftiger Zukunft.

Heute meutert
mein verzweifeltes Nein
in klirrenden rosenhecken
winters wider
Deinen Laufpaß.

Die Erinnerung
schließt einen Frühling
für uns aus.

Peter Backes (21.05.1987)

An Stelle eines Liebesgedichtes

Ins ängstliche Dickicht
deiner schütteren Jahre
fällt kein Mondlächeln.

Am Tage der Nacht
zu Sternen gesät
am Saum deiner Wimpern.

Aus tödlischen Winkeln
im Süden
dein Blick.

Geradeaus.

Zur Seite des silbrigen Tanns
mein simples Ja
zu dir.
Ohne not.

Peter Backes (20.05.1987)

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